Die Natur, die mich ausmacht. Outsider Art and Poetry for Future

Hunde von Kira Walter (c) Tamara Trölsch

Inklusive Ziele des Projektes:

Das Atelier des inklusiven RambaZamba Theaters und das Haus für Poesie befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft auf dem Gelände der Kulturbrauerei im Berliner Norden. Durch das Projekt soll die Nachbarschaft zwischen den beiden Institutionen gefördert und Hemmungen und Barrieren gegenseitig abgebaut werden. Die KünstlerInnen von RambaZamba sollen das Haus für Poesie kennenlernen dürfen und damit ihren Radius erweitern. Das Gleiche gilt für die DichterInnen, die sich mit den Räumen und Menschen von RambaZamba vertraut machen dürfen. Das Ziel ist eine gemeinsame Ausstellung und Lesung und eine weiterführende Zusammenarbeit. Strukturell verfügt das RambaZamba durch die VIA- Blumenfisch Werkstätten über 30 Arbeitsplätze für SchauspielerInnen mit Behinderung und 2 Bildende KünstlerInnen. In den Freizeitgruppen Malerei und Keramik arbeiten einige KünstlerInnen seit vielen Jahren mit professionellen Künstlerinnen zusammen und haben ein umfangreiches Werk geschaffen. Dieser Bereich ist durch ständige Unterfinanzierung gefährdet und auf Unterstützung durch Kunstverkäufe angewiesen. Viele professionelle und berühmte KünstlerInnen sind begeisterte Kenner der unglaublichen Qualität dieser Kunst. Auf der Tagung „Was ist gute Outsider Art/Art Brut?“ am 8.12.18 in der Berlinischen Galerie bezeichnete Achim Freyer solche Ateliers als „angstfreien Raum, wo Malen als Protest, als Widerstand gegen Reglementierung möglich wird, mit Leidenschaft zusammen gemalt wird, eine andere Ordnung gegen eine saubere glatte Welt entsteht, ein Weltkosmos, für das Sinnliche, das Schöne, das Gleichberechtigte (…) die Werke sind Geschenke, die man weitergeben will. Nicht der Kunstmarkt bestimmt den Wert, sondern die große Aussage: Lasst uns leben!“  

Mit diesem Antrag möchten wir die Grundlagen für das Atelier konsolidieren, neue interdisziplinäre Perspektiven für eine organisatorische und künstlerische Weiterentwicklung schaffen und letztlich das Fortbestehen von Orten für inklusive bildende Kunst sichern und erweitern.

Künstlerische Ziele des Projektes:

Als besonderes Kooperationsprojekt zwischen den KünstlerInnen der RambaZamba Freizeitgruppen für Malerei und LyrikerInnen, die eng mit dem Haus für Poesie zusammenarbeiten, soll im Jahr 2020 das integrative Projekt „outsider art and poetry for future“ zum Themenfeld „Klima und Artenvielfalt“ realisiert werden. Dichtung und „outsider art“ teilen sich in der heutigen Kunstwelt mehr als ihre Außenseiterposition. Sie haben beide einen unvermittelten und ökonomisch keinen Zwängen unterliegenden Zugang zu gesellschaftlichen Themenfeldern und können sich gegenseitig befruchten. In sich wechselseitig inspirierenden Kleingruppen aus professionellen DichterInnen und ebenfalls professionellen KünstlerInnen mit mentalen Beeinträchtigungen soll daher ein gemeinschaftlicher Austausch zwischen den Teilnehmenden ermöglicht werden. Wie möchte ich mir meine Zukunft vorstellen? Was bedeutet Vielfalt? Wofür möchte ich mich mit meiner Kunst einsetzen?  Welche gesellschaftlichen Möglichkeiten habe ich, mich miteinander zu engagieren? Was bedeutet Artenvielfalt auf den Menschen bezogen für die Gesellschaft?

Durchführung des Projektes:

Das Projekt ist besteht aus interdisziplinären Kunst- und Poesiewerkstätten. Gemeinsam werden die Teilnehmenden das Zusammenspiel von Text und Bild erkunden. Zu diesem Zweck sind insgesamt 6 Workshops geplant, die abwechselnd in den Räumlichkeiten des Haus für Poesie und im RambaZamba Atelier durchgeführt werden. Die inklusiven Workshops werden von erfahrenen KursleiterInnen betreut. In diesen Begegnungen sollen die Teilnehmenden sich kennenlernen und in Tandems Gedichte und Bilder zum Themenschwerpunkt „Vielfalt“ schaffen. Der Fokus der künstlerischen Zusammenarbeit liegt auf dem gemeinsamen Anliegen, die Natur unserer Welt zu erhalten und durch Bilder und Gedichte die Schönheit und Wichtigkeit von (Arten-)-Vielfalt von Fauna und Flora, aber auch der Menschen und anderer Lebewesen auszudrücken. Das Thema spricht alle Teilnehmenden gleichermaßen an. Es sollen folgende DichterInnen und KünstlerInnen angefragt werden: Johannes Jansen, Uljana Wolf, Birgit Kreipe, Daniela Seel, Anja Utler, Kira Walter, Eberhard Pastow, Sabine Kaemmel, Mario Peinze. 

Ergebnisse:

Die Ergebnisse – Bilder und Gedichte, die sich aufeinander beziehen und im künstlerischen Dialog entstanden sind – sollen auf feierlichen Hoffesten zum 30. Jubiläum im Haus für Poesie und im RambaZamba Theater, möglicherweise auch an anderen Orten auf dem Gelände der Kulturbrauerei, präsentiert werden. Angedacht ist außerdem eine Lesung mit den LyrikerInnen im Rahmen einer repräsentativen Ausstellung von Bildern der beteiligten RambaZamba KünstlerInnen. Zudem werden einige Postkarten mit den entstandenen Bildern und Gedichten gedruckt. Die Projektergebnisse können darüber hinaus in Form eines Ausstellungskatalogs abgerufen werden und sprechen so eine breite, überregionale Zielgruppe an. Sie sollen den Reichtum der KünstlerInnen aus den inklusiven Werkstätten und die engen Verbindungen zwischen zeitgenössischer Poesie und Art Brut zeigen.

Gefördert von dem Freizeitprogramm von Aktion Mensch

Die Playlist zur Ausstellung auf lyrikline.org

Ausstellungskatalog zum Download